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Wissenschaftliches Publizieren: Was Sie wissen sollten, bevor Sie einen Artikel einreichen 

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Inhaltsverzeichnis

Wie plant man eine wissenschaftliche Publikation 

1. Zeitschriftenauswahl 

2. Budget- und Finanzplanung 

3. Forschungsthema und Artikelformat festlegen 

Die 7 Phasen des wissenschaftlichen Publizierens 

Phase 1: Forschungsvorbereitung und Manuskripterstellung 

Phase 2: Zeitschriftenauswahl 

Phase 3: Einreichung des Forschungsartikels 

Phase 4: Redaktionelle Vorprüfung (Editorial Screening) 

Phase 5: Peer Review 

Phase 6: Überarbeitung und Wiedereinreichung 

Phase 7: Endentscheidung und Veröffentlichung 

Warum das Publizieren von Forschungsartikeln wichtig ist 

Als Doktorand:in ist das Arbeiten an Dissertationen und Abschlussarbeiten im Grunde eine Vorbereitung auf das spätere Verfassen von Forschungsartikeln, Übersichtsarbeiten, Fallberichten und anderen Publikationsformaten. Wenn man dann in die reale Forschungslandschaft eintritt, kann man sich schnell verloren fühlen, denn der Publikationsprozess umfasst viele verschiedene Elemente. Dieser Blogartikel gibt einen klaren Überblick für einen reibungslosen Einstieg in die Welt des wissenschaftlichen Publizierens. 

Wie plant man eine wissenschaftliche Publikation 

Die Planungsphase lässt sich grob in drei Abschnitte unterteilen: 

1. Zeitschriftenauswahl 

Viele Autor:innen glauben, dass der Impact Factor das einzige Kriterium bei der Auswahl einer Zeitschrift ist. Das stimmt so nicht. In einer renommierten Zeitschrift mit hohem Impact Factor zu publizieren ist zwar ein klarer Vorteil, aber es gibt weitere Faktoren, die berücksichtigt werden sollten: 

  • Zielgruppe 
  • Bearbeitungs- und Veröffentlichungszeit 
  • Erscheinungsfrequenz (jährlich, halbjährlich, vierteljährlich usw.) 
  • Publikationsgebühren 
  • Verfügbarkeit einer Online-Ausgabe 

2. Budget- und Finanzplanung 

Erstellen Sie vor Beginn Ihrer Forschung einen Budgetplan. Das ist besonders wichtig, wenn Sie einen Förderantrag stellen möchten. Förderorganisationen wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) können verlangen, dass alle geplanten Ausgaben in einer Vorlage aufgeführt werden. Mögliche Kostenpunkte sind: 

  • Article Processing Charges (APCs) 
  • Forschungsgeräte und Verbrauchsmaterialien 
  • Professionelle Publikationsunterstützung 
  • Vergütung von Laborpersonal 

Auch die Wahl des Publikationsmodells, also Open Access oder traditionelles Publizieren, sollte Teil der Budgetplanung sein. Mit anderen Worten: Die finanzielle Förderung beeinflusst maßgeblich die Wahl der Zielzeitschrift. 

3. Forschungsthema und Artikelformat festlegen 

Führen Sie zunächst eine erste Einschätzung der Forschungslücke durch, die Sie untersuchen möchten. Stellen Sie sich dabei folgende Fragen: 

  • Ist das Forschungsproblem relevant und aktuell? 
  • Geht die Auswirkung der Studie über Forschungslabore hinaus und kommt einer breiteren Gruppe zugute? 
  • Welche möglichen Implikationen haben Ihre Ergebnisse voraussichtlich? 
  • Gibt es einen Mehrwert im gewählten Forschungsthema und Potenzial für zukünftige Studien? 

Am Ende der Planungsphase sollten Sie mit klar definierten Forschungszielen in die Vorbereitungsphase starten. 

Die 7 Phasen des wissenschaftlichen Publizierens 

Der Weg zur Veröffentlichung eines Forschungsartikels lässt sich in sieben Phasen unterteilen. 

Phase 1: Forschungsvorbereitung und Manuskripterstellung 

Alles beginnt mit der Durchführung der eigenen Forschung, die Hand in Hand mit der Manuskripterstellung geht: 

  • Identifizieren Sie ein Forschungsproblem, formulieren Sie Ihre Forschungsfrage und legen Sie die Forschungsziele fest. 
  • Beginnen Sie mit der Datenerhebung und analysieren Sie die Daten mit geeigneten Methoden. 
  • Dokumentieren Sie die Ergebnisse, sowohl positive als auch negative, und validieren Sie die Resultate anhand der Problemstellung. 

Das Forschungsmanuskript nimmt im Laufe dieser Schritte langsam Form an. Abstract und Diskussionsteil können am Ende verfasst werden, wenn die Forschung in ihre Abschlussphase eintritt. Identifizieren Sie die Implikationen der Studie, benennen Sie Limitationen und zeigen Sie zukünftige Forschungsrichtungen auf. 

Phase 2: Zeitschriftenauswahl 

Bei der Zeitschriftenauswahl geht es darum, die am besten geeignete Zeitschrift für die Publikation eines Forschungsartikels zu finden. Relevante Kriterien sind: 

  • Scope der Zeitschrift 
  • Übereinstimmung mit dem Fachgebiet 
  • Impact Factor 
  • Zielgruppe 
  • Article Processing Charges (APCs) 
  • Art des Peer-Review-Verfahrens (z. B. Single Blind, Double Blind, Open Peer Review, Collaborative Peer Review usw.) 
  • Veröffentlichungsdauer 

Es ist völlig normal, wenn sich die Wahl der Zielzeitschrift im Laufe der Forschung ändert. Idealerweise hat man zu Beginn zwei bis drei Zeitschriften auf dem Radar und trifft die endgültige Entscheidung, sobald die Forschung abgeschlossen und das Manuskript vorbereitet ist. 

Phase 3: Einreichung des Forschungsartikels 

Als nächstes folgt die Einreichung. Zeitschriften geben auf ihrer Website Einreichungsrichtlinien vor. Das Einreichungspaket umfasst in der Regel: 

  • einen gut formatierten Forschungsartikel, 
  • ein Anschreiben (Cover Letter), 
  • ergänzende Materialien (sofern vorhanden), 
  • Disclosure Statements, 
  • Tabellen- und Abbildungsdateien (sofern nicht im Manuskript enthalten) sowie 
  • alle weiteren Dokumente, die die Zeitschrift für die Ersteinreichung vorschreibt. 

Die Zusammenstellung des Einreichungspakets erfordert große Sorgfalt, zahlt sich aber aus: Ein vollständiges und gut vorbereitetes Paket kann den Publikationsprozess erheblich beschleunigen. 

Phase 4: Redaktionelle Vorprüfung (Editorial Screening) 

Nach Eingang der Einreichung durchläuft das Manuskript zunächst eine erste Prüfung durch die Redaktion. Der oder die Redakteur:in entscheidet anschließend, ob das Manuskript: 

  • ohne Begutachtung zurückgeschickt, 
  • an eine andere Zeitschrift weitergeleitet oder 
  • zur Begutachtung durch Fachkolleg:innen weitergeleitet wird. 

Diese redaktionelle Entscheidungsfindung wird häufig durch hausinterne KI-Tools unterstützt, um den Prozess zu beschleunigen. In dieser Phase ist das Risiko einer Desk Rejection besonders hoch, etwa aufgrund mangelnder Passung zur Zeitschrift, schlechter Formatierung, sprachlicher Mängel, fehlerhafter Methodik oder fehlender Originalität. Achten Sie daher darauf, alle wesentlichen Einreichungsanforderungen sorgfältig zu erfüllen. 

Phase 5: Peer Review 

Sobald das Manuskript die redaktionelle Vorprüfung bestanden hat, wird es zur eingehenden Begutachtung an Fachexpert:innen weitergeleitet. Zeitschriften legen offen, welches Peer-Review-Verfahren sie anwenden, damit Autor:innen wissen, wie der Bewertungsprozess abläuft. 

Die Gutachter:innen bewerten die Gesamtqualität der Forschung und erstellen einen detaillierten Feedbackbericht, in dem sie empfehlen, ob der Artikel: 

  • direkt angenommen werden kann, 
  • mit geringfügigen Überarbeitungen angenommen werden kann, 
  • mit wesentlichen Überarbeitungen angenommen werden kann oder 
  • abgelehnt werden sollte. 

Zu jeder dieser Entscheidungen begründen die Gutachter:innen ihre Einschätzung, und die Redaktion leitet das Entscheidungsschreiben weiter. Autor:innen prüfen das Feedback und überarbeiten das Manuskript entsprechend. 

Phase 6: Überarbeitung und Wiedereinreichung 

Das Feedback der Gutachter:innen bildet die Grundlage für die Verbesserung des Manuskripts. Zusammen mit dem überarbeiteten Manuskript sollte ein Response Letter oder Rebuttal Letter eingereicht werden, in dem auf jeden Kommentar der Gutachter:innen eingegangen wird. 

Phase 7: Endentscheidung und Veröffentlichung 

Nach der Wiedereinreichung prüft die Redaktion die vorgenommenen Änderungen und entscheidet über die Publikationsreife. Es ist völlig normal, mehrere Überarbeitungsrunden zu durchlaufen, bevor ein Forschungsartikel zur Veröffentlichung freigegeben wird. Bleiben Sie also geduldig und arbeiten Sie konsequent daran, das Manuskript zeitschriftenreif zu machen. 

Warum das Publizieren von Forschungsartikeln wichtig ist 

Das Publizieren von Forschungsartikeln bringt Autor:innen zahlreiche Vorteile. Hier sind unsere fünf wichtigsten: 

  • Karriereentwicklung: Das Veröffentlichen eines Forschungsartikels ist in frühen Karrierephasen so gut wie unverzichtbar. Es ist eine Chance, sich als Expert:in im eigenen Fachgebiet zu etablieren und Anerkennung zu gewinnen, was wiederum neue Möglichkeiten eröffnet, während man sich in der Forschungsgemeinschaft einen Namen macht. 
  • Mehr Möglichkeiten zur Zusammenarbeit: Eine der sich daraus ergebenden Möglichkeiten ist die Zusammenarbeit und Vernetzung. Wer in einer renommierten Zeitschrift publiziert, wird in akademischen Kreisen sichtbarer und kann das eigene Netzwerk in der Forschungsgemeinschaft gezielt ausbauen. 
  • Glaubwürdigkeit und Vertrauen: Je mehr Forschungsartikel veröffentlicht werden, desto größer die Chance, Vertrauen aufzubauen und ein glaubwürdiges akademisches Profil zu entwickeln. Wenn die eigenen Artikel zunehmend in renommierten Zeitschriften zitiert werden, steigt der Wert als Forschungsperson und andere werden ermutigt, in die eigene Arbeit zu investieren, sei es durch Co-Autorenschaft oder Förderangebote. 
  • Kompetenzentwicklung: Der Publikationsprozess ist aufwendig. Aber die beste Möglichkeit, wichtige Fähigkeiten wie wissenschaftliches Schreiben, Literaturrecherche, Datenanalyse und das Ableiten relevanter Erkenntnisse zu entwickeln, ist schlicht: es immer wieder zu tun. Mit der Zeit wird der gesamte Publikationsprozess deutlich einfacher zu handhaben. 
  • Beitrag zum Wissensfortschritt: Das Veröffentlichen eines Forschungsartikels ist eine Chance, zukünftige Forschungsrichtungen im eigenen Fachgebiet mitzugestalten. Als Forschende:r sollte das Ziel sein, eine autoritative Stimme in der Weiterentwicklung wissenschaftlichen Wissens zu werden, und das Publizieren ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. 

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