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Ein kompakter Leitfaden zur Erstellung einer effektiven Übersicht über relevante Literatur (RRL) 

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Häufig wird die Frage gestellt, wie man am besten eine Übersicht über die für die eigene Forschungsfrage relevante Literatur, auch „Review of Related Literature“ (RRL) genannt, erstellt. Bevor wir darauf eingehen, sollten wir zunächst klären, was eine RRL eigentlich ist. 

Was ist eine RRL? 

Ist es sinnvoll, Zeit in eine ausführliche RRL zu investieren? 

3 Schritte für eine effektive RRL 

Während des Literature-Review-Prozesses und der Schreibphase 

Was ist eine RRL? 

Eine RRL ist eine umfassende und vertiefte Analyse der zum Thema Ihrer Thesis oder Dissertation bestehenden Literatur. In einer RRL können Sie die Konzepte, Methoden und Ergebnisse einschlägiger Publikationen zusammenfassen. So erhalten Sie einen Überblick darüber, welche Aspekte in Ihrem Forschungsfeld bereits untersucht wurden, mit welchen Methoden dies erfolgte und welche Erkenntnisse dabei gewonnen wurden. Zudem können Sie ermitteln, ob es Lücken oder Widersprüche in der bestehenden Literatur gibt. Genau diese Lücken oder Konflikte können der Ausgangspunkt für Ihre eigene Forschungsfrage sein. 

Ist es sinnvoll, Zeit in eine ausführliche RRL zu investieren? 

Ja! Eine ausführliche RRL erfüllt gleich drei zentrale Funktionen: 

1. Sie zeigt, dass Sie den Forschungsstand Ihres Themenfeldes verstehen und sich mit der bisherigen wissenschaftlichen Arbeit in Ihrem Bereich auseinandergesetzt haben. 

2. Sie hilft Ihnen, das Problemstatement und den Zweck Ihrer eigenen Untersuchung zu definieren, indem Sie bestehende Forschungslücken oder widersprüchliche Befunde identifizieren. 

3. Sie schafft den notwendigen Kontext für Ihre eigene Forschung, indem sie zusammenfasst, welches Wissen Ihre Leserschaft – etwa Editorinnen und Editoren wissenschaftlicher Journale, Gutachterinnen und Gutachter oder andere Forschende – benötigt, um Ihre Arbeit vollständig nachvollziehen zu können. 

3 Schritte für eine effektive RRL 

1. Entscheiden Sie, wie Sie Ihre Review organisieren möchten 

Es gibt verschiedene Ansätze, eine Literature Review zu strukturieren. Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede zweier häufig verwendeter Vorgehensweisen und hilft Ihnen, die passende Struktur zu wählen: 

Chronologisch  Thematisch 
Literatur wird gemäß des Veröffentlichungsdatums aufgelistet, beginnend mit den frühesten Arbeiten.  Literatur wird nach Themen oder theoretischen Konzepten gruppiert. 
Verdeutlicht die Entwicklung eines Forschungsfeldes über die Zeit.  Hebt das bestehende Wissen zu einem Thema anhand zentraler Fragen, Themen oder Perspektiven hervor. 
Beispiel: Eine RRL zu Hautkrebs beginnt mit den frühesten Diagnose- und Behandlungsansätzen und entwickelt sich zu modernen Modellen weiter.  Beispiel: Eine RRL zu Hautkrebs gruppiert Studien etwa zu Melanom und Nicht-Melanom, UV-Strahlung als Ursache, Bewusstsein Jugendlicher oder Behandlungskonzepten. 

2. Den Unterschied zwischen einem Studienhintergrund und einer Literature Review verstehen 

Es ist leicht, diese beiden Elemente zu verwechseln, aber sie sind nicht dasselbe. Eine ausführliche Erklärung der Unterschiede finden Sie hier.

3. Wählen Sie eine geeignete Referenzverwaltungssoftware aus 

Um bibliografische Daten und zugehörige Materialien effizient zu organisieren, empfiehlt es sich, ein gutes Literaturverwaltungsprogramm wie Zotero auszuwählen. 

Während des Literature-Review-Prozesses und der Schreibphase 

1. Relevante Literatur identifizieren: Der erste und wichtigste Schritt bei der Durchführung einer RRL ist die Identifizierung relevanter Literatur. Dafür können Sie verschiedene Online- und Offline-Quellen nutzen. Machen Sie sich beim Durchsehen der Materialien Notizen und halten Sie zentrale Konzepte fest, die Sie später in Ihrer Review beschreiben möchten. Das Auffinden relevanter Arbeiten ist entscheidend. Zu den wichtigsten Strategien gehören eine gezielte Suche, das Nachverfolgen der Zitationen einschlägiger Veröffentlichungen und die Nutzung eines Referenzmanagementsystems. 

2. Strukturieren Sie Ihre Literature Review sorgfältig: Wie die Einleitung oder der Methodenteil ist auch die Literature Review ein essenzieller Abschnitt eines wissenschaftlichen Manuskripts. Eine Literature Review, insbesondere wenn sie als eigenständiger Artikel veröffentlicht wird, umfasst üblicherweise folgende Komponenten: 

  • Einleitung: Beginnen Sie die RRL, indem Sie den Forschungsbereich skizzieren, die Relevanz des gewählten Themas erläutern und den Fokus der Literature Review darlegen. 
  • Methoden: Beschreiben Sie die Kriterien, nach denen Sie die Quellen ausgewählt haben, oder die Art und Weise, wie die Informationen präsentiert werden. So wird Ihre Vorgehensweise für die Leserschaft transparent. 
  • Hauptteil: Hier listen Sie die relevante Literatur auf und erläutern deren Bedeutung für Ihre Forschung. Die Struktur hängt von Ihrem gewählten Ansatz ab, beispielsweise einem chronologischen oder thematischen Aufbau. Ein chronologisches Vorgehen gliedert den Hauptteil in der Regel in Abschnitte nach Zeitperioden, während ein thematisches Vorgehen die Gliederung nach Themenbereichen vorsieht. 
  • Diskussion und Fazit: In diesem Abschnitt fassen Sie die wichtigsten Beiträge zentraler Studien zusammen und diskutieren die zentralen Fragen, die aus der Review hervorgegangen sind. Zudem weisen Sie auf bestehende Forschungslücken hin und formulieren gegebenenfalls Vorschläge für zukünftige Forschung. 
  • Literaturverzeichnis: Das Literaturverzeichnis ist ein wesentlicher Bestandteil der Literature Review, da Ihre Arbeit vollständig auf Primärquellen beruht. Die Liste sollte umfassend sein und, wo erforderlich, Seitenzahlen und Abschnittsangaben enthalten. 

Wenn die Literature Review hingegen Teil eines größeren Manuskripts ist, richtet sich ihre Struktur nach den Anforderungen des jeweiligen Journals. Sie kann als einzelner Absatz erscheinen, der dennoch Elemente wie Einleitung, Methoden usw. enthalten kann, allerdings ohne explizite Zwischenüberschriften. 

Fazit 

Eine Literature Review kann entweder als eigenständiger Beitrag veröffentlicht werden oder Teil eines größeren wissenschaftlichen Artikels sein. Unabhängig von der Form bleibt ihr grundlegender Zweck jedoch derselbe: Sie ermöglicht es Nachwuchsforschenden sowie vielbeschäftigten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, den aktuellen Forschungsstand zu erfassen und potenzielle Forschungslücken zu identifizieren. 

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