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Die Forschungsarbeit erfordert Ausdauer, und viele Forschende verbringen unzählige schlaflose Nächte damit, Studien durchzuführen und Ergebnisse zu dokumentieren. In der wettbewerbsorientierten akademischen Welt wird erwartet, dass man bereits früh in der Karriere zu veröffentlichen beginnt – was viele Nachwuchsforschende vor die Herausforderung stellt, wie man einen Zeitschriftenartikel erfolgreich publiziert. Obwohl originäre Forschung manchmal Jahre dauert, bedeutet das nicht, dass Sie in der Zwischenzeit keine Veröffentlichungen vorweisen können.
Es gibt verschiedene Arten wissenschaftlicher Literatur: einige beruhen auf eigener Forschung (primäre Literatur) [1], andere auf bereits publizierten Arbeiten (sekundäre Literatur). Es ist wichtig, die verschiedenen Arten von Artikeln zu kennen, die in Fachzeitschriften veröffentlicht werden können. Dies hilft Ihnen, geeignete Wege zu finden, Ihre Arbeit zu verbreiten und die Veröffentlichungsform zu wählen, die zu Ihrem Forschungsvorhaben passt.
Die Arten wissenschaftlicher Publikationen variieren je nach Fachgebiet. Beispielsweise sind klinische Studien nur in der Medizin möglich, während empirische Untersuchungen häufiger in den Sozialwissenschaften vorkommen. Nicht alle Zeitschriften veröffentlichen jede Artikelart, weshalb Verlage auf ihren Websites präzise Richtlinien zu den erlaubten Publikationstypen bereitstellen. Wenn Sie eine Zielzeitschrift im Blick haben, sollten Sie prüfen, ob sie die Art von Manuskript veröffentlicht, die Sie schreiben möchten.
Nachfolgend finden Sie sechs gängige Publikationstypen:
1. Originalartikel: Dies sind ausführliche Studien, die originäre Forschung berichten und zur primären Literatur gehören. Sie umfassen Hypothese, Hintergrundstudie, Methoden, Ergebnisse, Interpretation der Befunde sowie eine Diskussion möglicher Implikationen. Originalforschungsartikel sind umfangreich, mit einem Wortumfang von etwa 3000 bis 6000 [2,3], Wörtern und können in einigen Zeitschriften sogar bis zu 12.000 Wörter erreichen [1]. Sie erfordern einen erheblichen Zeitaufwand.
2. Übersichtsartikel: Review Artikel bieten eine kritische und konstruktive Analyse der bestehenden veröffentlichten Literatur eines Fachgebiets – durch Zusammenfassung, Analyse und Vergleich – und identifizieren dabei häufig spezifische Lücken oder Probleme und geben Empfehlungen für zukünftige Forschung [1,6]. Sie gelten als sekundäre Literatur, da sie in der Regel keine neuen Daten aus der experimentellen Arbeit der Autor*innen präsentieren. Grob lassen sich drei Arten von Review-Artikeln unterscheiden: Literaturübersichten, systematische Reviews und Meta-Analysen. Die Länge von Review-Artikeln variiert je nach Zeitschrift und Fachgebiet. Für narrative Reviews oder Literaturübersichten kann der Umfang zwischen 8.000 und 40.000 [6] Wörtern liegen, während systematische Reviews üblicherweise weniger als 10.000 Wörter umfassen [6]. Einige Zeitschriften veröffentlichen jedoch auch kürzere Reviews mit etwa 3.000–5.000 Wörtern [1-3].
3. Klinische Fallstudie: Fallstudien präsentieren reale Patient*innenfälle aus der medizinischen Praxis und tragen wesentlich zum bestehenden Wissen bei. Sie beschreiben Symptome, Diagnose und Behandlung [1,5]. Dies ist primäre Literatur, meist ähnlich lang wie Originalartikel. Fallstudien erfordern viel praktische Erfahrung und eignen sich oft weniger für Nachwuchsforschende [5].
4. Klinische Studie: Erneut spezifisch für das medizinische Fachgebiet beschreiben klinische Studien die Methodik, Durchführung und Ergebnisse kontrollierter Untersuchungen, die in der Regel mit großen Patientengruppen durchgeführt werden [1,5]. Artikel über klinische Studien sind ebenfalls umfangreich und meist ähnlich lang wie Originalforschungsartikel. Klinische Studien erfordern zudem praktische Arbeitserfahrung sowie hohe ethische Standards und Zuverlässigkeit [5]. Daher eignet sich dieses Format eher für erfahrene Forschende.
5. Perspektiven-, Meinungs-und Kommentarartikel: Perspektivartikel sind wissenschaftliche Betrachtungen grundlegender Konzepte oder verbreiteter Ideen in einem Fachgebiet. Dabei handelt es sich meist um Essays, die einen persönlichen Standpunkt darstellen und weitverbreitete Annahmen des Fachgebiets kritisch hinterfragen [1-3]. Ein Perspektivartikel kann sich auf ein einzelnes Konzept oder auf mehrere verwandte Konzepte beziehen. Diese Artikel gelten als sekundäre Literatur und sind in der Regel kurz, etwa 2000 Wörter lang [2]. Meinungsartikel stellen die Sichtweise der Autorinnen zur Interpretation, Analyse oder zu den in einer bestimmten Studie verwendeten Methoden dar. Sie ermöglichen es den Autorinnen, die Stärken und Schwächen einer Theorie oder Hypothese zu kommentieren. Meinungsartikel basieren in der Regel auf konstruktiver Kritik und sollten durch Belege untermauert sein [1]. Solche Artikel fördern die Diskussion über aktuelle wissenschaftliche Fragestellungen. Sie sind ebenfalls relativ kurz.
Kommentare sind kurze Artikel, in der Regel etwa 1000–1500 Wörter lang, die auf einen bereits veröffentlichten Artikel, ein Buch oder einen Bericht aufmerksam machen oder diese kritisieren. Sie erläutern, warum der Beitrag für die Autorinnen relevant ist und inwiefern er für Leserinnen aufschlussreich sein kann.
6. Buchrezension: Buchrezensionen werden in den meisten wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht. Ziel einer Buchrezension ist es, Einblick und Bewertung zu neu erschienenen wissenschaftlichen Büchern zu geben. Buchrezensionen sind ebenfalls relativ kurze und weniger zeitaufwendige Beiträge. Für Nachwuchsforschende sind sie eine gute Publikationsmöglichkeit, da sie es erlauben, über neue Literatur im Fachgebiet auf dem Laufenden zu bleiben und gleichzeitig die eigene Publikationsliste zu erweitern [5].
Bibliografie:
- Frontiers ingroup. Frontiers in Neuroscience Verfügbar unter http://www.frontiersin.org/Neuroscience/articletype
- Sage Publications. ManuscriptSubmission GuidelinesVerfügbar unter http://www.uk.sagepub.com/msg/hsr.htm#ARTICLETYPES
- Nature Publications. Author ResourcesVerfügbarunter http://www.nature.com/authors/author_resources/article_types.html
- AcademyHealth.Writing Articles for Peer-review Publications: A Quick Reference Guide Verfügbar unter http://www.academyhealth.org/files/HIT/writingguide.pdf
- University of Colorado Libraries. Publish, Not Perish: The Art & Craft of Publishing in Scholarly Journals, Module 1, Überblick über das wissenschaftliche Publizieren
- Zurich-Basel Plant Science Center. Guidelines for writing a review article. Verfügbar unter http://ueberfachliche-kompetenzen.ethz.ch/dopraedi/pdfs/Mayer/guidelines_review_article.pdf


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